Liebe Mitchristen!

Liebe Sooßerinnen und Soosser !

Die Sonntagsevangelien in dieser Fastenzeit lenken uns zunehmend auf das zentrale Geheimnis unseres Glaubens, nämlich die Auferstehung Jesu Christi, des Sohnes Gottes, unseres Herrn: die Versuchungen in der Wüste, die Verklärung, die Begegnung mit der Samariterin , die Heilung des Blinden und heute die Auferweckung des Lazarus; in wenigen Worten gesagt, sprechen sie von Licht und Wasser als sakramentale Symbole, für Leben und neue Geburt.

Die Liturgie des heutigen Wortes, die sich auf die Auferstehung des Lazarus konzentriert, spricht zu uns von der dominanten und siegreichen Kraft Jesu Christi über Leben und Tod.

Die Auferweckung des Lazarus enthält zwei Botschaften: Erstens geschah sie kurz vor dem Leiden und dem Tod Jesu, daher ist sie eine Vorwegnahme der Auferstehung Christi selbst. Zweitens geht die Auferstehung von Lazarus mit einer Prämisse einher und zeigt, dass der Tod nicht das Ende von allem bedeutet.

Lazarus‘ Tod und seine Auferweckung lehren uns konkret Gottes Allmacht über Leben und Tod. Jesus möchte wie ein guter Pädagoge seine theoretische Lehre mit einem konkreten Beispiel begleiten.

Sein Gespräch mit Marta bestätigt diese Theorie. Jesus sagt zu Marta: „Dein Bruder wird auferstehen" und sie antwortet „Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am letzten Tag". Jesus erwidert darauf: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt (...)".

Dann bittet Jesus darum, zum Grab gebracht zu werden, und vollbringt dort das Wunder der Auferweckung. Er ruft nach Lazarus: „Lazarus, komm heraus!“. Der Verstorbene kommt heraus mit umwickelten Händen und Füßen.

Diese Beschreibung soll alle Zweifel beseitigen, in Bezug auf die Augenzeugen, die darüber Zeugnis geben. Stellen Sie sich vor, Lazarus käme bereits mit ungebundenen Füßen und Händen heraus. Dies hätte Zweifel am Zeugnis der Anwesenden am Grab und insbesondere in den Köpfen der Pharisäer, Schriftgelehrter und Ärzte ausgelöst. Es gibt noch weitere Details: Johannes berichtet, dass Lazarus bereits vier Tagen tot war.

Als Jesus von der Krankheit des Lazarus erfahren hatte, hatte er es nicht eilig seinen Freund zu  besuchen, Er lehrt seine Jünger stattdessen, dass diese Krankheit nicht zum Tode führe, sondern der Verherrlichung Gottes dienen werde. Dann bricht er zu Lazarus, seinem Freund auf  um an ihm das Wunder der Auferweckung zu vollbringen.

Über diese Vorkommnisse hinaus ist das heutige Evangelium auch eine außergewöhnliche Lehre über Glauben, Hoffnung und Liebe. Es ist die letzte Bestätigung dieser Tugenden vor der großen Tat  Jesu, der am Kreuz sterben und in einem Grab begraben wird, aber am dritten Tag auferstehen  wird.

Liebe Brüder und Schwestern in Christus, in dieser für uns alle sehr schwierigen und ängstlichen Zeit wegen der unsichtbaren Krankheit der Coronavirus-Infektion springt mir ein Satz von Jesus im heutigen Evangelium besonders ins Auge  und ich möchte ihn mit Ihnen liebe Brüder und Schwestern und auch mit all unseren Jugendlichen und unseren Kindern teilen.

Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“(V. 25-26)

Dieser Satz Jesu scheint in diesem plötzlichen epochalen Wendepunkt in unserem Leben, durch  die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie direkt an uns alle gerichtet zu sein. Die Infektionswelle ist sicherlich eine makabre Erfahrung für uns alle, beunruhigt uns alle, und lässt uns nur hoffen auf ein Medikament, das zumindest diese Ausbreitung eindämmen kann.

Gott ruft uns in dieser traurigen Erfahrung zur Demut, zur Reflexion, zur Verantwortung in unseren Gesten und Handlungen, zur Klugheit auf als unverzichtbare soziale und ethische Werte.

Vor allem aber ruft Gott uns als spirituelle Werte zu den Waffen der Christen auf  -  Waffen, die eine unsichtbare Kraft in sich haben und nur von Gott selbst kommen können.

Diese Waffen, die auch in der Geschichte unserer Menschheit immer Früchte getragen haben, sind Gebet, ob individuell oder in der Familie - weiters Buße, Opfer, Fasten und Nächstenliebe.

Wir sollen und müssen an Gott glauben. Er ist das Leben und die Auferstehung für uns alle. Er beschützt uns und antwortet uns, wenn wir ihn anrufen. Dieser Gott, dessen eingeborener Sohn den Blinden geheilt und heute Lazarus auferweckt hat, kann auch alle unsere Kranken heilen und uns geben, worum wir bitten: Ein neues Leben! Dazu braucht es aber Glauben und Gebet.

Ich bin mit euch allen vereint und bitte euch, dass wir unser Leben und unsere aktuelle Situation Jesus, dem Sohn Gottes, Maria, seiner Mutter, und der heiligen Anna, unserer Patronin, anvertrauen.

Gelobt seist du Jesus Christus, in Ewigkeit amen

###

Liebe Schwestern und Brüder in Christus, ich möchte sie noch auf etwas hinweisen: corona bedeutet auf Italienisch Kranz und ist ein Teil unseres Wortes Rosenkranz.

Gegen die Schlangen in der Wüste bat Gott Mose, eine Bronze-Schlange zu bauen, um das Volk Israel zu beschützen, wie ich Sie am letzten Sonntag erinnert habe.

Ich bin sicher und überzeugt, dass Gott uns jetzt mit dem Rosenkranz eine wirksame Waffe zur Verfügung stellt, um diese Pandemie geistlich zu bekämpfen.

Ich lade Sie ein, am Tag oder am Abend einen günstigen Moment zu finden, um mit Glauben und Hingabe individuell oder in der Familie, mit den Eltern und mit den Kindern, den heiligen Rosenkranz zu beten. Er ist ein einfaches, aber sehr kraftvolles, wirksames und wundersames Gebet.

Ich wünsche Ihnen einen gesunden und gesegneten Sonntag, bleiben wir im Gebet vereint und möge Gott Sie segnen! Amen!

JSN Dome is designed by JoomlaShine.com