Eröffnung:

Liebe Mitchristen!

Heute feiern wir Palmsonntag.

Letztes Jahr haben wir diese Liturgie zusammen, mit einer Prozession zu unserer Kirche gefeiert. Heute sind wir auf unsere Häuser und Wohnungen beschränkt.

Es ist nicht unsere Schuld, sondern die Coronavirus-Pandemie verpflichtet uns dazu. Unsere zivilen und kirchlichen Behörden haben uns diese kluge und umsichtige Maßnahme empfohlen, zu Hause zu bleiben.

Aber wir sind im Gebet miteinander vereint. Mit den Augen der Seele sehen wir uns und fühlen uns wie in unserer schönen Kirche in Sooss.

Jetzt werde ich das Segensgebet für die Palmzweige sprechen, und dieser Segen wird bei jedem von Ihnen zu Hause, bei ihrer Familie und ihren Häusern bleiben.

Lasst uns beten:

Predigt:

Die heutige Liturgie konfrontiert uns mit  Gegensätzen, die es im menschlichen Leben immer gegeben hat: einerseits Freude und andererseits Traurigkeit; auf der einen Seite das Licht, auf der anderen die Dunkelheit; einerseits Bejahung und andererseits Ablehnung; im Großen gesehen begegnen wir zum einem dem Leben, zum anderen dem Tod.

Dies geschieht auch bei unserem Herrn Jesus Christus an   diesem Palmsonntag:  laute, jubelnde Rufe einer großen Menschenmenge, die „Hosanna, dem Sohn Davids" singt, und später hysterische Schreie der Verurteilung, vor Pilatus: „Kreuzige ihn". Zwei gewaltige Gegensätze, von einem herzlichen Willkommen bis zur unverständlichen Ablehnung!

Damit will die heutige Liturgie eine einfache Wahrheit aufdecken: die Tatsache, dass Licht zusammen mit Dunkelheit existiert, Gutes zusammen mit Bösem, Positives zusammen mit Negativem; aber am Ende gewinnt und triumphiert das Positive, das Licht über die Dunkelheit , Freude triumphiert über die Traurigkeit, Heilung triumphiert über Krankheit, Leben triumphiert über Tod.  Jesus Christus, der Retter der Welt und Arzt unserer Körper und Seelen, gewinnt, triumphiert und regiert.

Liebe Schwestern und Brüder, in diesen schwierigen Zeiten aufgrund des Coronavirus‘ erinnern wir uns an diese christliche Realität, bleiben ruhig und vertrauen auf Gott, den Herrn unseres Lebens. Vertrauen wir auf Gott und bekehren wir uns zu ihm.

Er wird zu unserer Rettung kommen, wir gehören ihm, ob wir leben oder sterben.

Wir erleben jetzt zwar Momente der Isolation und Begrenzung, aber wir müssen diese Mauern mit christlichem Glauben, mit spiritueller Nähe zerstören. Wir erleben Momente der Dunkelheit, aber wir müssen diese Dunkelheit mit dem Licht und im Licht unseres Herrn Jesus Christus, unseres Erlösers, überwinden. AMEN!

++

Vor dem letzten Segen:

Ich dachte mir, Ihnen etwas anzubieten, eine unverbindliche Einladung. Normalerweise beenden wir das Gebet mit einem Kreuzzeichen, das wir einmal machen. Nun, mein Vorschlag lautet: Machen wir am Ende unseres Gebets anstelle eines einzigen Kreuzzeichens, drei, für die gegenwärtigen Umstände. Mit dem ersten Kreuzzeichen erbitten den Segen des Herrn für uns und unsere Familien. Mit dem zweiten Kreuzzeichen bitten wir Gott,  unsere Nachbarn und damit unsere gesamte Gemeinschaft von Sooss zu segnen; mit dem dritten Kreuzzeichen bitten wir um den Segen des Herrn für unsere Kranken - zuhause und in den Krankenhäusern – und für diejenigen, die unter dem Coronavirus weltweit leiden.

Ich danke Ihnen und bitte Sie, dass sie weiterhin miteinander beten. Beten Sie bitte auch für mich. So sind wir im Gebet vereint.

Es segne euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist!

AMEN

JSN Dome is designed by JoomlaShine.com